Sogar Udo Lindenberg gratuliert

Jubiläumskonzert - Musikverein Pfalzgrafenweiler und Wittlensweiler Freunde streifen durch die Jahrzehnte

Lange sind die Vereinigten Musikvereine Pfalzgrafenweiler und Wittlensweiler nicht mehr aufgetreten. Das erste Konzert nach der Corona-Pause war gleich ein besonderes: das Jubiläumskonzert zum 130. Geburtstag des Musikvereins Pfalzgrafenweiler.

Pfalzgrafenweiler. Zahlreiche Gäste, darunter viele alte Weggefährten und Ehrengäste, waren am Samstagabend in die Festhalle in Pfalzgrafenweiler gekommen, um den runden Geburtstag gemeinsam mit den 30 Musikern des Hauptorchesters und der 26-köpfigen Jugendkapelle – beide unter der Leitung von Dirigent Milen Haralambov – gemeinsam zu feiern.

Begrüßt wurden die Gäste vom Moderator des Abends, Bernd Moser, der sich sichtlich freute, dass die Musikvereine »nach zwei Jahren Pause endlich wieder öffentlich auftreten können«, sowie vom Vorsitzenden Karl-Wilhelm Meiritz. Er lud alle zu einem vergnüglichen Abend ein, bei dem 130 Jahre Musikverein Pfalzgrafenweiler gebührend gefeiert werden sollten. Bevor das Hauptorchester die Gäste musikalisch mit einem Streifzug durch die vergangenen Jahrzehnte unterhielt, hatte das Jugendorchester auf der mit Luftballons, einer übergroßen Sektflasche und der Zahl 130 geschmückten Bühne Platz genommen. An der Leinwand hinter den Musikern wurden während des Konzerts alte Fotos aus der Vereinsgeschichte gezeigt – vom geselligen Miteinander und von Konzerten.

Jugendleiterin Jacqueline Decker kündigte die Musikstücke der Jugendkapelle an: »Slyahamba«, »Y.M.C.A.« von den Village People und das rockige »Smoke on the Water« von Deep Purple. Erst nach drei Zugaben, bei denen das Publikum kräftig mitklatschte, durfte der Nachwuchs die Bühne verlassen.

Mit dem schmissigen »Skyliner« aus dem Jahr 2015 startete das Programm des Hauptorchesters. Es folgten der Paso Doble »El Escorial« aus dem Jahr 2013, der argentinische »Libertango« (2006) sowie »Pacific Dreams« (1999).

Dazwischen befragte Bernd Moser frühere Spieler sowie Ehrengäste wie Ernst Killinger über ihre Zeit beim Musikverein Pfalzgrafenweiler. Killinger war nach seiner zweijährigen Ausbildung 63 Jahre lang aktiv. »Das sind 65 Jahre, die Hälfte von 130«, sagte das Ehrenmitglied, das an Proben unter freiem Himmel, im Sternensaal und in der Schule, an Auftritte in der Fasnetszeit, bei Konzerten und großen Festen im Zelt auf dem Festplatz Bühl, aber auch an das Maispielen erinnerte, bei dem der Musikverein durch die Straßen von Pfalzgrafenweiler zog und die Einwohner mit seinem Spiel erfreute.

Nach der Pause, in der sich die Gäste mit Getränken und Speisen eindecken konnten, ging es mit »El Cartero«, einem weiteren Paso Doble aus dem Jahr 2008 weiter. Ihm folgten »The Blues Brothers Revue« (2018) und ein Udo-Jürgens-Medley.

Dazwischen wartete noch eine Überraschung auf die Konzertgäste. Jan Lachhein trat mit langem Haar, Hut und Sonnenbrille als Udo Lindenberg-Imitator auf, sang mit »Hinterm Horizont« einen Hit des Künstlers aus den 80er-Jahren und beantwortete Fragen, die ihm Bernd Moser stellte. Denn einst hatte Vorsitzender Karl-Wilhelm Meiritz Udo Lindenberg in der Hessestadt Calw interviewt.

Nach dem gelungenen Jubiläumskonzert, das mit dem »Fliegermarsch« aus dem Jahr 1912 und weiteren Zugaben endete, gab es vom begeisterten Publikum viel Applaus für alle Akteure. Wer am Samstagabend keine Zeit fand, konnte sich das Programm tags darauf beim Jahreskonzert in der Erwin-Hils-Halle in Wittlensweiler anhören.

Quelle: Schwarzwälder Bote 12.04.2022